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HEIKO SCHOLZ IM O-TON

Interviews mit Frank Reudenbach und Mirko LüdemannDer Coach des erfolgreichen Veedels-Clubs über den Aufstieg, neue Ziele und die Fußball-Europameisterschaft.
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Gilden Kölsch Team-TippDas Gewinnspiel zur Fußball-EM: Online die Spiele tippen und Geld für die Kasse Deines Vereins gewinnen.  
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761 Sportvereine, 227.191 Mitglieder – Köln bewegt sich!

761 Sportvereine, 227.191 Mitglieder – Köln bewegt sich

Mit der Fußball-Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine steht ein sportliches Großereignis vor der Tür. Am 8. Juni um 18 Uhr beginnt mit dem Eröffnungsspiel Polen gegen Griechenland jenes Fest, das die Fans auch in Köln elektrisieren wird. Der Sport bringt die Menschen einander näher, auch die, die „nur“ zusehen. Und der große Schirm, unter dem dann alle zusammenkommen, heißt Public Viewing.
 
Inzwischen verfügen in Köln fast alle Gaststätten über große Fernseher und Leinwände fürs gemeinsame Sporterlebnis. Das Phänomen Public Viewing wiederum ist eng mit der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland verbunden. Denn in jenem Jahr eroberten große Open-Air-Leinwände die öffentlichen Plätze der deutschen Großstädte von Hamburg bis München und von Berlin bis Köln. Eine Woge der Begeisterung trug Klinsis Mannen bis ins Halbfinale, angestoßen nicht zuletzt von den feiernden Freiluft-Massen. Und weil dies alles so friedlich und ohne nationale Überheblichkeit vonstattenging, staunte auch das Ausland. Die vermeintlich so staubtrockenen Deutschen gehen zum Feiern ganz und gar nicht in den Keller, sondern lassen ihrer Freude freien Lauf. Schwarz-rot-goldene Fahnenmeere wogten plötzlich ohne bitteren Beigeschmack durchs Land – und die neue Lockerheit fand ihren Ausdruck in einem saloppen Kürzel: Aus dem alten, grauen Germany wurde „Schland“.
 
Auch für die anstehende EM werden Kölns Plätze und Kneipen gewappnet sein (Nähere Informationen zum Public Viewing in der Domstadt finden Sie auf Seite 3 dieses Gilden Veedels-Reports). Nicht zuletzt dienen solche Großereignisse auch als sportlicher Ansporn für den Amateur- und Nachwuchsbereich. 138 Fußballvereine verzeichnet der Kreis Köln und ist damit der mit Abstand größte Kreis im Fußballverband Mittelrhein. Insgesamt über 65.500 Mitglieder halten die Clubs am Leben, angeführt vom größten der Region: dem mehrfachen Deutschen Meister 1. FC Köln. 
 
Wie man im Großen zum Nationalteam oder Stadtclub steht, so im Kleinen zum Veedels-Verein um die Ecke. Hier verfolgt man von der Außenlinie aus den Werdegang der Bambini und die Spiele der „1.“, um im Anschluss in der Vereinskneipe Tacheles zu reden. Das gilt selbstverständlich nicht nur für die Kicker unter den Sportlern, sondern genauso für all die vielen anderen Sportarten. Schließlich sind in der Domstadt 227.191 Menschen in insgesamt 761 Sportvereinen (Stand: 2011) organisiert – eine beeindruckende Zahl! 
 
Der kölsche Club bringt die Menschen zusammen, als Mitglied ist man Teil einer großen Familie. Tragende Säulen sind die zahllosen Ehrenamtler, die den Vereinsbetrieb mit ihrem Engagement erst ermöglichen. Die Jüngsten wiederum üben sich in Gemeinschaft und lernen, wie man durch gesunden Ehrgeiz und beharrliches Training zum Ziel kommt. Die sportliche Betätigung der Jugendlichen gilt zudem als wichtiger Ausgleich zum eher monotonen Einsatz der Spielkonsole, die für viele mittlerweile ebenfalls zum Alltag gehört.
Aber ob Funktionäre, Zuschauer oder mitfiebernde Eltern: Alle eint die Liebe zu ihrem ganz persönlichen Veedels-Club. 

Für alle Vereinsmitglieder und Sportfreunde hält der Gilden Veedels-Report in dieser Ausgabe was ganz Besonderes parat – das große EM-Tipp-Gewinnspiel „Gilden Kölsch-Team-Tipp“. Mitmachen lohnt sich. Denn wer den Haupt­preis gewinnt, kann damit seinen Verein oder Veedels-Club kräftig finanziell unterstützen. Alle Informationen und Teilnahmebedingungen finden Sie hier.

Echt kölscher Tanzsport

Es muss nicht immer nur Fußball sein! Nein, auch andere Sportarten sind es wert, verfolgt zu werden. Und dies gilt erst recht für jene mit echtem Lokalkolorit, Bewegungsspiele also, die es nur hier bei uns in Kölle gibt. Besonders weit hat es die Stadt dabei im Bereich des Tanzsports gebracht.

Zunächst wäre in dieser Hinsicht das sogenannte „Schunkeln“ zu nennen. Im Gegensatz zur im Rest der Republik bevorzugten Polonaise erfolgt die Bewegung dabei längs anstatt quer zur Schulterflucht. Das charakteristische vertikale Wippen wird je nach dem mit den Füßen oder den Hinterbacken generiert.

Die kölsche Variante des Gewichthebens hingegen heißt „Mariechen-Stemmen“. Zu flotter Marschmusik werden junge Frauen von ihren Partnern steißaufwärts in die Höhe bugsiert. Ebenfalls gesäßbetont geht es beim „Stippeföttche“ zu. Angeblich brachte ein kölscher Flönzhändler diesen Tanz von einer Arktisreise mit an den Rhein. In der Praxis sieht er so aus, dass jeweils zwei Tänzer einander den Rücken zukehren, um sodann leicht in die Hocke zu gehen. Durch rhythmisches Aneinanderreiben der Pobacken („Wibbeln“) wird ein warmes Gefühl der Zusammengehörigkeit erzeugt. Ein echtes Vereinsgefühl eben.

Frisch, fromm, fröhlich, frei

Das Wort Verein kommt von vereinen, hier geht es also um eine Gemeinschaftserfahrung. Als ältester Club der Geschichtsschreibung gilt der 1413 erstmals erwähnte Londoner Wohltätigkeitsverein „La Court de Bonne Compagnie“. In Deutschland hingegen begann alles mit der 1794 von den Preußen zugestandenen Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit. In der Folge brachte sie bald viele patriotische Zusammenschlüsse gegen Napoleon hervor. Anfang des 19. Jahrhunderts kamen auch die ersten deutschen Sportvereine auf. Maßgeblich beteiligt: der „Turnvater“ Friedrich Ludwig Jahn. Unter dem Motto „Frisch, fromm, fröhlich, frei“ ermunterte er Deutschlands Jugend zu körperlicher Ertüchtigung.
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